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Digitalisierung

B2G E-Rechnungsstellung in Deutschland verstehen: Ein Leitfaden (4/5): Die Rolle von Peppol

February 29, 2024
2
Minuten Lesezeit

Tauchen Sie ein in die Welt von Peppol im Kontext der deutschen B2G E-Rechnungsstellung. Erfahren Sie, wie Peppol das elektronische Rechnungswesen revolutioniert und welche Rolle es in der digitalen Transformation der öffentlichen Verwaltung spielt.

In vorherigen Ausgaben unserer Serie haben wir bereits über Peppol gesprochen, aber wie genau fügt sich Peppol in die deutsche B2G E-Rechnungslandschaft ein? In unserem vierten Beitrag unserer Serie zur B2G E-Rechnungsstellung in Deutschland widmen wir uns der Rolle von Peppol im deutschen elektronischen Rechnungswesen.

Peppol 101: Die Grundlagen

Peppol (Pan-European Public Procurement Online) ist ein sicheres internationales Netzwerk, über das Unternehmen Dokumente und Daten mit allen anderen Teilnehmern des Netzwerks austauschen können. Peppol ist ein offenes und interoperables Netzwerk, was bedeutet, dass verschiedene Geräte und Systeme problemlos miteinander kommunizieren können, ohne dass der Benutzer aktiv eingreifen muss. Jeder, der registriert ist, kann Peppol nutzen, so dass z.B. Verwaltungen kein eigenes System aufbauen müssen, sondern Peppol landesweit nutzen können.

Peppol und die deutsche B2G-Transaktionslandschaft

Im Rahmen der deutschen B2G-E-Rechnung konzentriert sich die Nutzung von Peppol auf das Peppol eDelivery Netzwerk und nicht auf den BIS Billing 3.0 Standard, da der nationale Standard die XRechnung ist. Obwohl der Peppol-Standard nur für grenzüberschreitende Rechnungen aus dem Ausland akzeptabel ist, bietet das Peppol-Netzwerk den öffentlichen Auftraggebern einen standardisierten Übertragungskanal für den Empfang von Rechnungen über maschinelle Kommunikation.

Stand Oktober 2023 sind 14 Bundesländer und damit fast 80 Prozent aller Kommunen in Deutschland sowie alle Bundesbehörden über das Peppol-Netz erreichbar. In den beiden noch nicht vollständig angeschlossenen Bundesländern Hessen und Bayern sind bereits zahlreiche Kommunen Teil des Peppol-Netzwerks. Der Anschluss der hessischen und bayerischen Landesbehörden an das Netzwerk wird voraussichtlich 2024 erfolgen.

Um deutsche Behörden über das Peppol-Netzwerk zu erreichen, müssen die Standards XRechnung oder bei Auslandsgeschäften zusätzlich Peppol BIS Billing eingehalten werden. Mit XRechnung formalisierte Rechnungen können über Peppol empfangen und verarbeitet werden.

Die Welt der Peppol-IDs

Die Peppol-Teilnehmer-ID oder kurz Peppol-ID ist eine eindeutige Referenz, die verwendet wird, um festzustellen, wer ein Peppol-Dokument sendet und empfängt. Sie dient als Schlüssel zur Identifizierung der Transaktionspartner im Netzwerk. Die Peppol-ID des empfangenden Unternehmens wird zusammen mit dem Namen der Organisation und dem Land, in dem sie ansässig ist, im globalen Peppol-Verzeichnis veröffentlicht, das von OpenPeppol verwaltet wird.

Die Peppol-ID setzt sich aus zwei Hauptelementen zusammen:

  1. Einem Identifier-Schema: Dieser Schema-Code ist ein spezifischer Code oder eine Abkürzung, die einem bestimmten Typ von Identifier zugeordnet ist. Zu den Identifier-Schemata gehören sowohl international anerkannte Schemata (wie die DUNS-Nummer, IBAN und GLN) als auch spezifische national definierte Schemata. In Deutschland sind dies

    - die Leitweg-ID (DE:LWID, ICD 0204) - für öffentliche Stellen
    - die deutsche Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (DE:VAT, ICD 9930) - hauptsächlich im Wirtschaftsbereich.
  2. Der vom Identifier-Schema gelieferte Wert: Dies ist der eigentliche eindeutige Identifier des Unternehmens und hängt vom gewählten Schema ab. Dies kann eine DUNS-Nummer oder eine IBAN sein, oder - speziell in Deutschland - die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Unternehmens oder (im Falle einer öffentlichen Einrichtung) die Leitweg-ID.

Die Peppol-ID dient nicht nur der Identifikation der Transaktionsparteien. Da sich die Teilnehmer bei zertifizierten Peppol-Zugangsprovidern (wie z.B. der Unifiedpost Gruppe) registrieren müssen, die eine Verifizierung des Unternehmens durchführen, garantiert die Verwendung der Peppol-ID den Teilnehmern, dass sie mit einer legitimen Entität im Netzwerk kommunizieren. Diese Authentifizierung bietet eine zusätzliche Sicherheitsebene.

Wir hoffen, dass Ihnen dieser Beitrag wertvolle Einblicke vermittelt hat, wie Peppol eine effiziente und sichere Kommunikation in der B2G-Landschaft Deutschlands ermöglicht. In unserem nächsten Blog-Beitrag werden wir näher darauf eingehen, wie unsere KMU-Plattform Banqup Ihnen helfen kann, B2G-Rechnungen in Deutschland gesetzeskonform elektronisch zu übermitteln - einfacher als gedacht. Seien Sie gespannt auf weitere interessante Einblicke!

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