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Digitalisierung

Welche Bedeutung hat ViDA für kleine und mittlere Unternehmen (KMUs)?

September 4, 2023
3
Minuten Lesezeit

Wofür steht die “VAT in the Digital Age” Initiative (ViDA) und welche Bedeutung hat ViDA insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMUs)?

ViDA – ein neuer europäischer Fachbegriff, den man sich bereits heute merken sollte und der in naher Zukunft eine starke Rolle spielen wird! Insbesondere auch für KMU. Denn die EU hat die "VAT in the Digital Age Initiative" ins Leben gerufen, um die Umsatzsteuerregelungen an die Herausforderungen der digitalen Wirtschaft anzupassen. Die Initiative zielt darauf ab, die Umsatzbesteuerung im grenzüberschreitenden Geschäft, und hier insbesondere auch im E-Commerce, zu modernisieren und zu vereinfachen.

Die Hauptziele der VAT in the Digital Age Initiative sind:

  1. Modernisierung der Umsatzsteuerregeln:
    Die Initiative zielt darauf ab, die Umsatzsteuerregelungen an die digitalen Gegebenheiten anzupassen, um sicherzustellen, dass Unternehmen, insbesondere im Bereich des E-Commerce, fair besteuert werden.

  2. Bekämpfung der sogenannten Mehrwertsteuerlücke (VAT-GAP):
    Ein weiteres Ziel ist die Bekämpfung des VAT-Gaps, die Staaten möchten sicherstellen, dass die Umsatzsteuern ordnungsgemäß entrichtet werden. Dies betrifft auch insbesondere die Mehrwertsteuern im grenzüberschreitenden Geschäft.

  3. Vereinfachung der Regeln:
    Die Initiative soll die Umsatzsteuerregelungen vereinfachen, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), um ihnen die Einhaltung der Vorschriften zu erleichtern.

Warum ist das für KMU wichtig?

Die VAT in the Digital Age Initiative ist für KMU in der EU interessant aus mehreren Gründen:

  1. Vereinfachung der Steuerregelungen:
    Die Initiative strebt an, die komplexen Umsatzsteuerregelungen zu vereinfachen, was ganz besonders auch den KMU helfen wird, da sie oft weniger Ressourcen für die Einhaltung der Steuerkonformität haben.

  2. Erleichterung des grenzüberschreitenden Handels:
    Für KMU, die grenzüberschreitend im digitalen Bereich tätig sind, können vereinfachte Umsatzsteuerregelungen den Handel innerhalb der EU erleichtern und den Zugang zu neuen Märkten verbessern.

  3. Wettbewerbsfähigkeit:
    Eine modernisierte und faire Umsatzbesteuerung trägt zur Wettbewerbsfähigkeit von KMU bei, da sie gleiche Bedingungen im Vergleich zu großen Unternehmen schafft.

  4. Bekämpfung von Betrug:
    Die Initiative zielt darauf ab, Steuerbetrug zu reduzieren, was letztlich zu faireren Wettbewerbsbedingungen für KMU führen kann.

Insgesamt soll die “VAT in the Digital Age” Initiative dazu beitragen, die Compliance für KMU zu erleichtern, den grenzüberschreitenden Handel zu fördern und die Wettbewerbsfähigkeit in der digitalen Wirtschaft zu stärken.

Voraussetzung: Die verpflichtende elektronische Rechnungsstellung

WICHTIG: Ein wesentlicher Pfeiler dieser Initiative wird die verpflichtende elektronische Rechnungsstellung sein. Darauf sollten sich die Unternehmen bereits heute einstellen!

Denn die Einführung der verpflichtenden elektronischen Rechnung (basierend auf strukturiertem Datenaustausch, keine PDF-Rechnung) ist für die "VAT in the Digital Age Initiative" aus mehreren Gründen wichtig:

  1. Effizienz und Genauigkeit:
    Elektronische Rechnungen sind in der Regel effizienter und weniger fehleranfällig als Papierrechnungen. Dies trägt dazu bei, dass die Umsatzsteuern korrekt erfasst und eingezogen werden, was für die Steuereinnahmen der EU von großer Bedeutung ist.
  2. Bekämpfung von falschen Steuermeldungen:
    Elektronische Rechnungen sind sicherer und zuverlässiger als Papierrechnungen. Dies hilft, fehlerhafte Steuermeldungen zu verhindern und sicherzustellen, dass Unternehmen die richtigen Umsatzsteuerbeträge zahlen.
  3. Transparenz und Nachverfolgbarkeit:
    Elektronische Rechnungen ermöglichen eine bessere Transparenz und Nachverfolgbarkeit der Transaktionen. Dies ist wichtig, um sicherzustellen, dass die Umsatzsteuern in grenzüberschreitenden Geschäften ordnungsgemäß erfasst und abgeführt werden.
  4. Vereinfachung der Compliance:
    Die Verwendung elektronischer Rechnungen kann die Einhaltung der Umsatzsteuervorschriften für Unternehmen erleichtern, da sie Prozesse automatisieren und die Aufzeichnung von Transaktionen vereinfachen.
  5. Reduzierung von Verwaltungskosten:
    Die Umstellung auf elektronische Rechnungen kann dazu beitragen, die Verwaltungskosten im Zusammenhang mit der Verarbeitung und Aufbewahrung von Papierrechnungen zu reduzieren.
  6. Förderung des grenzüberschreitenden Handels:
    Elektronische Rechnungen können den grenzüberschreitenden Handel fördern, da sie den Informationsaustausch zwischen Unternehmen und Steuerbehörden erleichtern und dazu beitragen, bürokratische Hürden abzubauen.

Insgesamt trägt die verpflichtende elektronische Rechnung zur Modernisierung und Effizienzsteigerung der Umsatzsteuerregelungen bei und unterstützt die Ziele der “VAT in the Digital Age” Initiative, die Umsatzsteuer im digitalen Zeitalter gerechter und effektiver zu gestalten.

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